So gewöhnen Sie Ihrer Katze das Kratzen ab

Wenn Tapeten, Sofas und Teppiche Kratzspuren aufweisen, kommt das bei Katzenhaltern gar nicht gut an. Wir helfen Ihnen, die Ursache für dieses Verhalten herauszufinden und geben Ihnen Tipps, wie unerwünschtes Kratzen verhindert werden kann.

Kratzen gehört zum natürlichen Verhalten einer Katze

Das Kratzen einer Katze lässt sich recht zuverlässig in geordnete Bahnen lenken, allerdings können Sie einer Katze das Kratzen nicht komplett abgewöhnen oder verbieten, denn diese Verhaltensweise ist fest in ihr verankert und hat mehrere Bedeutungen:

  1. Krallen schärfen
    Ebenso wie unsere Fingernägel, wachsen die Krallen einer Katze ein Leben lang nach. Allerdings unterscheidet sich eine Kralle bezüglich ihres Aufbaus von unseren Nägeln: Sie besteht aus einer inneren und einer äußeren Hornschicht. Nur die innere wächst nach, während die äußere in regelmäßigen Abständen abgestoßen werden muss. Dies geschieht durch Kratzen. Wer genau hinsieht, kann leere Hüllen in der Nähe von Kratzutensilien finden.
     
  2. Revier abstecken
    Ob Indoor oder Outdoor – der Instinkt sagt Katzen, dass sie ihr Revier markieren müssen, damit Artgenossen dieses erkennen können und entsprechend respektieren. Das funktioniert auf zweierlei Weise: Zum einen sollen andere Katzen durch Kratzspuren bereits von Weitem darauf aufmerksam gemacht werden, dass sich hier eine Reviergrenze befindet. Draußen werden hierfür zumeist Bäume benutzt, deren Rinden entsprechende Spuren aufweisen. Zudem verteilen Katzen beim Kratzen Duftspuren, die über Drüsen an den Pfoten verteilt werden. So lassen sich die Reviergrenzen auch im Dunkeln leicht wahrnehmen.

Warum kratzt meine Katze an Möbeln, Tapeten und anderen Gegenständen?

Zum Leidwesen mancher Katzenhalter sind ihre Tiere nicht besonders wählerisch, wenn es um die Auswahl von Kratzmöglichkeiten geht. Sie wetzen ihre Krallen an Tapeten, Schränken, Sofas, Tischbeinen und Teppichen. Hierfür gibt es eine Vielzahl möglicher Gründe:

  1. Keine geeigneten Kratzmöbel
    Katzen wollen täglich ihre Krallen schärfen, doch wenn hierfür keine oder nur ungenügend Möglichkeiten angeboten werden, nutzen sie notgedrungen die Inneneinrichtung. Wer daher Kratzspuren vorfindet, sollte überlegen, ob er seiner Katze ausreichend Kratzgelegenheiten bietet. In erster Linie empfiehlt sich hierfür ein großer Kratzbaum. Darüber hinaus gibt es Kratzbretter, -wände und -tonnen. Stellen Sie ruhig mehrere zur Verfügung, wenn es sein muss, in jedem Raum oder in der Nähe jeder Stelle, die schon einmal unerwünschter Weise als Krallenschärfer genutzt wurde.
     
  2. Der falsche Platz
    Zum einen geht es beim Kratzen darum, dass die Katze ihre Krallen wetzen kann, zum anderen möchte sie aber auch ihr Revier markieren. Befindet sich zum Beispiel lediglich eine Möglichkeit zum Kratzen in einem Raum, den die Katze nicht bevorzugt aufsucht, dann hat sie daran möglicherweise kein besonderes Interesse. Wichtig ist daher, Kratzmöbel in der Umgebung anzubieten, die die Katze gerne aufsucht.
     
  3. Die Katze ist nicht ausgelastet
    Ist Ihre Katze öfters allein zuhause, hat sie keinen Artgenossen an ihrer Seite und bleibt oft wenig Zeit, sich mit ihr zu beschäftigen? Dann sucht sie sich ein Ventil und lässt ihren Frust und ihre Langeweile raus, indem sie die Wohnung nach ihren Wünschen umgestaltet. Fragen Sie sich daher, ob zu wenig Aufmerksamkeit und Abwechslung im Alltag der Grund für Kratzspuren in Ihrer Wohnung sein könnten. Wenn ja, denken Sie über eine Zweitkatze nach, bieten Sie täglich wechselnd Spielzeuge an, ermöglichen Sie eine Reviervergrößerung durch einen katzensicheren Balkon und reservieren Sie täglich ausreichend Spiel- und Kuschelzeit mit Ihrem Vierbeiner.
     
  4. Die Katze ist nicht kastriert
    Wie bereits erwähnt, geht es der Katze beim Kratzen auch um die Markierung ihres Reviers. Das ist für sie vor allem dann von Bedeutung, wenn sie nicht kastriert ist. Sollten Sie also ein unkastriertes Tier zuhause haben, könnte ein entsprechender Eingriff die Problematik des Kratzens und Markierens beheben.

Was tun, wenn ich die Katze beim Kratzen erwische?

Bitte nicht schreien, schlagen oder wildes Verscheuchen. Aber ebenso wenig sollten Sie die Situation anstandslos durchgehen lassen, auch wenn es sich um ein altes Sofa handelt, das bald ausgetauscht werden soll. Katzen können nicht unterscheiden, bei welchem Möbelstück Kratzen erlaubt bzw. verboten ist.  Entweder ist es Ihnen egal, wenn gelegentlich einmal mit Kratzspuren zu rechnen ist oder Sie schreiten konsequent ein. Klatschen Sie beispielsweise einmal in die Hände und sagen Sie deutlich „Nein“. Entweder geben Sie ihr noch eine weitere Chance oder Sie nehmen Sie gleich auf und setzen sie an eins Ihrer Kratzmöbel. Fährt sie dort mit dem Kratzen fort, loben Sie sie und geben ihr ein Leckerli.


Mag sein, dass Katzen ein wenig länger brauchen als ein Hund, um zu verstehen, was von ihnen gewünscht ist, aber sie sind durchaus in der Lage, den Zusammenhang mit einer Belohnung zu verstehen. Wenn es ein Leckerli gibt, dafür dass sie ihre Krallen am Kratzbaum wetzen, dann sind die meisten gerne dazu bereit, sich auf diesen und nicht die Couch zu konzentrieren.

Wenn Kitten kratzen

Jungtiere lernen bereits früh, ihre Krallen einzusetzen. Das ist unter Gleichgesinnten nicht so schlimm, schließlich besitzen sie ein schützendes Fell. Ist der Spielkamerad jedoch unsere Hand, kann dies mit zunehmendem Alter der Katze immer unangenehmer werden. Damit Sie eines Tages nicht einen 8 Kilogramm schweren Maine Coon Kater an sich hochklettern haben, sollten Sie besser von Anfang an anzeigen, dass Kratzen weder bei Ihnen noch in der Wohnung gut ankommt.


Am besten ist es, wenn Sie Ihre Hand nur zum Streicheln und nicht zum Spiel benutzen. Hierfür gibt es reichlich Spielzeug, was die Unterarme schont. Sollten Sie einen Kratzer abbekommen, dann gehen Sie nicht darüber hinweg, sondern verdeutlichen dies der Katze mit einem „Au“ und einer vorübergehenden Spielunterbrechung. Das findet sie sicherlich schade und wird versuchen, aus der Situation zu lernen. Nicht anders ist es in der Kinderstube. Übertreibt es eins der Kitten, zieht sich das andere zurück und der Spaß ist vorbei. Also wird beim nächsten Mal vorsichtiger agiert.

Fazit

Wer vorsorgen möchte, verdeutlicht bereits Kitten, dass Kratzer an Händen und Möbelstücken unerwünscht sind. Wer keine Ambitionen hat, mit seiner Katze zu züchten, lässt sie am besten kastrieren. Dann sind Markierungen für ein Revier von geringerer Bedeutung. Wichtig ist, im Haushalt ausreichend Kratzmöbel zur Verfügung zu stellen und für Abwechslung im Katzenalltag zu sorgen. Umso mehr die Katze ausgelastet und zufrieden ist, umso weniger kommt sie auf dumme Gedanken.

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