Die Hundenase

Die Nase des Hundes ist ein wahres Hochleistungsorgan. Damit können Hunde nicht nur vermisste Menschen aufspüren, sondern sogar Erkrankungen wie Krebs, einen Zuckerschock oder Corona erkennen. Um optimal arbeiten zu können, darf die Nase jedoch nicht zu trocken sein.

Wie funktioniert die Hundenase?

Hunde können viel besser riechen als Menschen. Hierfür gibt es mehrere Gründe. Den ersten kann jeder entdecken, der einen Hund besitzt. Schauen Sie sich einmal die Nasenöffnungen genau an. Sie können nicht nur zwei Nasenlöcher, sondern auch seitliche Schlitze erkennen. Durch die Nasenlöcher gelangt die Luft in die Lunge, durch die Seitenschlitze strömt sie wieder aus. Beim Einatmen findet ein komplexer Vorgang statt: Dieser beginnt damit, dass die Luft einerseits in die Lunge gelangt und diese mit Sauerstoff versorgt.


Zusätzlich kann der Hund jetzt Gerüche wahrnehmen. Während uns hierfür zirka 5 Millionen Geruchsrezeptoren zur Verfügung stehen, sind dies beim Hund bis zu 300 Millionen. Doch damit nicht genug: Hunde weisen eine deutlich höhere Atemfrequenz auf. Ein Spürhund atmet bei einer intensiven Suche 250 bis 300 mal pro Minute. Jeder Atemzug liefert dabei neue Informationen an das Gehirn. Hier sind zehn Prozent der Gehirnaktivität mit der Auswertung befasst, während dieser Wert bei uns deutlich geringer bei einem Prozent liegt. Kein Wunder also, dass Hunde um ein Vielfaches besser riechen können als wir Menschen.

Was ist das Besondere an der Hundenase?

Nicht nur die Anzahl der Riechzellen, die hohe Atemfrequenz und das Leistungspotential des Gehirns sind für die außergewöhnliche Fähigkeit der Hundenase verantwortlich. Hinzu kommt, dass Hunde stereoskopisch riechen können. Während wir lediglich bemerken, dass es im Haus nach Pizza riecht, können Hunde exakt die Richtung bestimmen, aus der der Duft kommt. Und das schon lange bevor wir es riechen. Dazu verhilft die Riechschleimhaut, die je nach Hunderasse eine Fläche von bis zu 200 Quadratzentimeter aufweist, während die menschliche Riechschleimhaut gerade einmal fünf Quadratzentimeter ausmacht. Aufgrund der unterschiedlichen Nasen- bzw. Schnauzenform sowie ihrer Größe riechen jedoch nicht alle Hunde gleich gut. Ein Schäferhund riecht beispielsweise deutlich besser als ein Dackel.


Als wäre die Leistung der Nase nicht schon hoch genug, setzen Hunde bezüglich ihres Geruchsinns noch eins obendrauf: Sie besitzen das sogenannte Jacobson-Organ. Dieses liegt hinter den Schneidezähnen, in der Nähe des Gaumens. Über eine kleine Öffnung sind Gaumen und Nase verbunden. Dies ermöglicht dem Hund, über die Zunge aufgenommene Stoffe zu den Riechzellen zu leiten. Im Prinzip kann er also einen Geruch auch schmecken. Und nicht nur das: Das Jacobson-Organ hilft auch bei der Wahrnehmung von winzigen Pheromonen. Im Zusammenspiel mit der Nase erklärt dies die Höchstleistungen, zu denen Suchhunde in der Lage sind.

Was hilft bei einer warmen, trockenen Nase?

Die Nase unserer Hunde ist grundsätzlich nass und kühl. Dies liegt zum einen daran, dass der Hund regelmäßig mit der Zunge über die Nase fährt, zum anderen produzieren Drüsen der Nasenhöhlen Flüssigkeit. Der Grund hierfür ist, dass in einem feuchten Milieu die Riechleistung besser funktioniert. Je trockener und wärmer also eine Hundenase ist, umso mehr lässt deren Leistung nach.


Dies weiß jeder Besitzer eines Suchhundes, weshalb er ihm regelmäßig Wasser anbietet. Denn die erhöhte Atmungsfrequenz kann eine trockene Nase verursachen. Daher gilt versorgen Sie Ihren Hund mit ausreichend Flüssigkeit. Tritt die trockene Nase in Verbindung mit Fieber auf, sollten Sie umgehend einen Tierarzt aufsuchen.

Hundenase

Können Hunde Corona riechen?

Hunde sind uns seit Jahrhunderten mit ihren exzellenten Nasen eine große Hilfe. Dies beweisen sie noch heute in vielen besonderen Situationen, wie zum Beispiel als Drogen-, Rettungs- und Suchhund. Aber sie können noch mehr: Sie können Krankheiten riechen! Forscher haben herausgefunden, dass sie anhand von Blutproben erkennen können, ob ein Mensch an Krebs leidet. Manche Hunde weisen hierbei eine Trefferquote von über 90 Prozent auf. Ähnlich gute Werte zeigen sie bei der Ausübung als Diabetiker- oder Epilepsiewarnhund.


Kein Wunder also, dass mit ihnen auch im Zusammenhang mit dem Coronavirus geforscht wird. Erste Ergebnisse zeigen, dass sie nach ein paar Wochen Training auch hier eine exzellente Trefferquote aufweisen. Daher werden sie bereits an den Flughäfen von Dubai, Helsinki, Beirut und Miami eingesetzt. In Deutschland hat die Tierärztliche Hochschule Hannover erfolgreiche Tests bei Konzertbesuchern durchgeführt. Weitere Einsätze in Altenheimen sind geplant. Fraglos dürften auch hier ihre exzellenten Fähigkeiten von unschätzbarem Wert sein.

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