Die Ragdoll ist eine der größten Katzenrassen der Welt. Gleichzeitig aber auch eine der saftmütigsten. Die Haltung ist daher völlig unkompliziert.
Steckbrief Ragdoll
Vergleicht man eine Ragdoll beispielsweise mit einer Siamkatze, wird deutlich, wie groß diese Katzenrasse ist: Während ein Siamkater maximal 5 Kilogramm auf die Waage bringt, schaffen männliche Ragdolls bis zu 10 Kilogramm. Von der Nasen- bis zur Schwanzspitze erreichen manche Exemplare eine Länge von 120 Zentimetern. Zum imposanten Gesamtbild verhilft ihr opulentes Fell. Es ist von mittlerer Länge, sehr weich und dicht. Es fühlt sich an wie Seide und ist am Hals am längsten, was zu dem Eindruck führt, sie hätten ein Lätzchen um. Das Fell weist eine große Farbenvielfalt auf: Die Ragdoll gibt es in den Mustern colourpoint, mitted und bicolour. Zudem existieren 20 verschiedene Farben, wie zum Beispiel seal, blau, chocolate, lila, rot und creme. Aufgrund der Kombinationsmöglichkeiten kommt es somit zu 60 verschiedenen Farbvarietäten der schönen Ragdoll.
Beeindruckend ist auch der Charakter dieser Katzenrasse. Sie ist so hingebungsvoll und zutraulich, dass sich hieraus ihr Name ergab: Ragdoll ist im Englischen die Bezeichnung für eine Stoffpuppe. Ebenso wie diese jederzeit problemlos hochgehoben werden kann, so kann dies auch bei einer Ragdoll der Fall sein. Sie hat vollkommenes Vertrauen in ihre Menschen und lässt sich gern herumtragen und streicheln. Auch hat sie keine Probleme mit Artgenossen oder anderen Haustieren. Im Allgemeinen ist sie sehr sanft, unkompliziert und ruhig. Sie fällt nicht weiter auf, allerdings muss aufgrund ihres engen Bezugs zu ihren Menschen stets damit gerechnet werden, dass sie einem folgt und urplötzlich direkt neben einem stehen.
Zwar ist die Fellpflege deutlich geringer als bei einer Perserkatze, ganz so unaufwändig wie bei einer Kurzhaarkatze ist sie jedoch nicht. Ragdolls zählen zu den Katzenrassen mit mittellangem Fell. Um Verfilzungen zu vermeiden, sollten sie daher zwei- bis dreimal pro Woche gekämmt werden. Steht zweimal im Jahr der Fellwechsel an, empfiehlt sich sogar tägliches Kämmen. Das bringt viele Vorteile mit sich: Es fliegen weniger Katzenhaare in der Wohnung umher, der Fellwechsel verläuft schneller und unkomplizierter und es sinkt das Risiko, dass die Katze beim Putzen zu viele Haare verschluckt. Sammelt sich eine zu große Menge im Magen-Darm-Trakt an, kann eine Verstopfung die Folge sein.
Ob Kätzchen, ausgewachsene Katze oder Senior – das Futter für eine Ragdoll sollte stets hochwertig und an das Alter angepasst sein. Katzen sind von Natur aus Fleischfresser, daher sollte das Katzenfutter einen hohen Anteil an fleischlichen Zutaten enthalten. Nicht ins Futter gehören Zucker, Geschmacksverstärker sowie künstliche Farb- und Konservierungsstoffe.
animonda bietet für jede Lebensphase der Katze die passende Ernährung. Wählen Sie zwischen Kitten-, Adult- und Seniorfutter. Die Produkte sind speziell auf die besonderen Nährstoffansprüche in den Lebensphasen der Katzen abgestimmt. Dadurch schaffen Sie beste Voraussetzungen für ein gesundes und langes Katzenleben.
Bei der Ragdoll handelt es sich nicht nur äußerlich gesehen um eine robuste Katzenrasse. Sie wird durchschnittlich 12 bis 15 Jahre alt. Wie bei allen Rassen, sind aber auch bei ihr, Erbkrankheiten nicht auszuschließen. Eine davon ist die Hypertrophe Cardiomyopathie (HCM). Dabei handelt es sich um eine Herzerkrankung, die sich durch einen verdickten Herzmuskel und einem zunehmend geringeren Innenraum des Herzens auszeichnet. Dadurch schlägt das Herz schneller, was unter anderem zu Atemproblemen, Fressunlust und Wasseransammlungen in der Lunge führen kann. Medikamente können in gewissem Umfang helfen, wichtiger ist jedoch, dass die Erkrankung vermieden wird. Möglich ist dies durch einen Gentest. Diese gibt es auch für andere Katzenkrankheiten wie die Polyzystische Nierenerkrankung. Ebenso für Viruserkrankungen wie Katzenaids (FIV) und FeLV (Felines Leukosevirus).
Verantwortungsvolle Züchter lassen bei allen Zuchttieren Gentests durchführen und schließen erkrankte Katzen von der Zucht aus. Suchen Sie sich daher bei Interesse an dieser Katzenrasse einen seriösen Züchter, der anhand von Gesundheitspapieren den Nachweis von Gentests und Impfungen liefern kann.
In den 1960er Jahren wurde die Amerikanerin Ann Baker auf den Wurf ihrer Nachbarin aufmerksam. Deren Angorakatze hatte besonders große Kitten mit langem Fell und wunderschönen blauen Augen hervorgebracht. Ihr Wunsch war es, aus diesen eine eigene Rasse zu kreieren, weshalb sie sich zum Kauf eines Kittens entschloss und mit nicht näher bekannten weiteren Tieren eine Zucht begann. Für einen schnellen Erfolg stand sie sich selbst im Weg, denn sie ließ ihre Rasse patentieren und erlaubte Käufern das Weiterzüchten nur, wenn sie eine Lizenz erwarben. Das war nicht jedermanns Sache. Es kam zu Unstimmigkeiten, infolgedessen sich einige Züchter von ihr trennten, aber wohl dennoch die Zucht fortführten. Sie haben einen großen Anteil daran, dass die Rasse nicht längst wieder ausgestorben ist. Sie ließen sich von der Zucht auch nicht abbringen, als sich Ann Baker 1975 den Namen „Ragdoll“ urheberrechtlich schützen ließ, schließlich hatten sie diesen bereits davor benutzt. Neue Züchter könnten ihn ohne Bewilligung jedoch bis ins Jahr 2005 nicht verwenden.
Seit 1965 ist die Ragdoll von der amerikanischen Dachorganisation CFA anerkannt. Aufgrund der Schwierigkeiten, die mit der Zucht einhergingen, kam die Verbreitung nur schleppend voran. 1991 erlangte sie aber auch die Anerkennung im europäischen Zuchtverband FIFe. Zwar zählt die Ragdoll nicht zu den am häufigsten gezüchteten und gehaltenen Rassen, aber sie hat inzwischen durchaus eine ansehnliche Popularität erreicht.