Freigängerkatzen sollten regelmäßig auf Zecken untersucht werden. Denn je länger die Parasiten auf der Katze verweilen, umso höher ist die Gefahr einer Krankheitsübertragung. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Zecken sicher entfernen.
In Deutschland muss vor allem mit dem Holzbock und der Buntzecke gerechnet werden. Darüber hinaus werden Katzen gelegentlich auch von der Braunen Hundezecke befallen. Erkennen lassen sich Zecken an ihrem bräunlich ovalen Körper, vier Beinpaaren und dem deutlichen Stechapparat. Im Normalzustand sind Zecken zirka drei bis sechs Millimeter groß. Mit Blut vollgesaugt kann ein Weibchen jedoch beinahe drei Zentimeter groß werden. So deutlich zu erkennen sind sie jedoch nicht immer. In ihrer Entwicklungsphase vom Ei, über die Larve und Nymphe sind sie nur ein bis drei Millimeter groß.
Bei Stubentigern muss man sich bezüglich Zecken wenig Sorgen machen. Zecken lauern vor allem im hohen Gras, an Büschen und in Wäldern. Deshalb sind Freigänger in ländlicher Umgebung am meisten gefährdet. Außer im Winter muss vom Frühjahr bis in den späten Herbst hinein mit den Blutsaugern gerechnet werden. Sie spüren potentielle Wirtstiere durch deren Erschütterungen, den Geruch und CO2-Gehalt im Atem auf. Streift die Katze nah genug an ihnen vorbei, lassen sie sich fallen bzw. krallen sich fest. Dann machen sie sich auf die Suche nach einer geeigneten Bissstelle. Sie bevorzugen gut durchblutete, dünne Hautstellen mit weniger dichtem Fell. Werden sie hier jedoch gestört, wandern sie an einen Platz (wie z.B. den Nacken), an den die Katze nicht rankommt.
Katzen können vor Zeckenbisse nicht durch Impfungen geschützt werden. Aber es gibt Präparate die lokal angewendet werden können. Hierzu eignen sich Zeckenhalsbänder oder Spot-On-Präparate. Halsbänder müssen ständig getragen werden, um den Zeckenschutz zu gewährleisten. Ein Nachteil des Zeckenhalsbandes besteht in der Gefahr, dass die Katze im Gebüsch damit hängenbleibt. Daher entscheiden sich die meisten Katzenhalter für ein Spot-On-Präparat. Das flüssige Mittel wird im Nacken der Katze direkt auf die Haut aufgetragen, so dass es nicht abgeleckt werden kann. Es verteilt sich automatisch auf dem Körper der Katze und wirkt repellierend. Dies bedeutet, dass im Normalfall Zecken bereits davon abgehalten werden, überhaupt zuzubeißen. Die Wirkungsdauer beträgt je nach Präparat mehrere Monate.
Tipp: Verlassen Sie sich nicht zu 100prozent auf ein Zeckenschutzmittel. Es kann immer wieder vorkommen, dass die Katze Zecken nach Hause bringt. Überprüfen Sie daher Freigängerkatzen am besten regelmäßig.
Früher oder später erwischt es jeden Freigänger einmal. Die meisten Katzen werden sogar regelmäßig von Blutsaugern befallen. Dann heißt es, möglichst schnell zu reagieren. Am besten ist es, wenn die Zecke vor dem Zubeißen erwischt wird. Dann kann es noch zu keiner Krankheitsübertragung gekommen sein. Sollte die Zecke jedoch bereits zugebissen haben, zögern Sie nicht diese zu entfernen. Verwenden Sie hierfür kein Öl, Nagellack oder Kleber, da die Zecke in ihrem Todeskampf sich noch stärker mit der Haut der Katze verbindet und dadurch möglicherweise noch mehr Speichel in die Bissstelle abgibt, der infiziert sein könnte. Verwenden Sie ausschließlich eine spezielle Zeckenzange oder einen Zeckenhaken.
Gehen Sie beim Entfernen einer Zecke folgendermaßen vor:
Sollte die Zecke auseinandergerissen worden sein, beobachten Sie die Einstichstelle. Bleibt der Kopf der Zecke in der Haut stecken, ist dies normalerweise kein Problem, da er abstirbt. Sollte sich die Einstichstelle entzünden oder treten bei der Katze Symptome wie Erbrechen, Fieber, Mattigkeit oder Krampfanfälle auf, suchen Sie bitte umgehend Ihren Tierarzt auf.